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IT-Strategien

Social Business am Beispiel IBM

Social Software Connections 4
Social Software Connections 4
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Die stark wachsende Verbreitung „sozialer“ Organisationsformen wird auch in naher Zukunft weiter zunehmen. IBM hat das früh erkannt und nach Expertenmeinung in diesem Segment Maßstäbe gesetzt. (Von: Axel Oppermann)

Grundsätzlich lassen sich zwei Tendenzen hinsichtlich der Verbreitung von Social Business erkennen: Auf der einen Seite gibt es Initiativen und Kampagnen, die zentral aus der IT- oder durch die Organisationsabteilung bzw. Unternehmens-Entwicklung getrieben werden. Diese sind mit den Projekt- und Beschaffungsprozessen klassischer IT-Projekte zu vergleichen. Die Herausforderung wird hierbei nicht in der technischen Umsetzung gesehen, sondern vielmehr in der organisatorischen Neugestaltung der Arbeitsabläufe.

Auf der anderen Seite existiert eine sehr starke virale Verbreitung von Social-Software-Anwendungen und der damit verbundenen Denkmuster. Diese erfolgt in der Regel unstrukturiert aus den Fachabteilungen – oder einzelnen Interessengruppen – heraus. Anders als bei der organisatorisch geplanten und gesteuerten Einführung beginnt die partizipative Verbreitung durch konkrete Bedarfe einzelner Mitarbeiter oder Teams, die diese kurzfristig und pragmatisch befriedigen.

Oder mit anderen Worten: Getrieben vom Anwender werden „Social Tools“ als sogenannte Web-2.0-Dienste, als Bestandteil des digitalen Arbeitsplatzes – quasi durch einen Bottom-Up- Ansatz – in die Unternehmen getragen. Hierbei wird durch einen leichten Einstieg in die Nutzung der Produkte und Services der Grundstein für eine breite Partizipation von gleichgesinnten Anwendern und für eine schnelle Verbreitung im Unternehmen gesorgt.

Sobald der sogenannte „Tipping Point“ erreicht ist, erfolgt eine Anbindung an weitere IT-Lösungen im Unternehmen. Diese plötzliche und starke Beschleunigung der Nutzung entsteht, sobald die neuen Nutzer dieser Social-Business-Lösungen einen besonders großen Einfluss auf das Unternehmen, seine Kultur und Leistungsfähigkeit haben.

Und so kommen immer häufiger Lösungen wie Jive, Socialtext, Yammer oder Tibco in die Unternehmen. Jedoch reicht deren Leistungsfähigkeit – bezogen auf Faktoren wie Lizenzierung oder Service Level – oftmals einem größeren Unternehmen oder Konzernen nicht aus; auch dann, wenn die grundsätzliche Leistungsfähigkeit gegeben ist. Unternehmen benötigen – und verlangen – Social-Business-Lösungen, die „Enterprise-ready“ sind.

Wenn es im weitesten Sinne um das Thema Collaboration geht, verbinden viele Anwender und IT-Verantwortliche IBM noch immer allzu oft mit verkrusteten und überforderten Lotus-Notes- bzw. -Domino-Welten. Oftmals wird auch an sinkende Marktanteile im Bereich der Groupware-Lösungen gedacht, wo IBM in den letzten Jahren heftig Federn lassen musste. 

Wie Phönix aus der Asche

Doch die Realität hat sich in den letzten Monaten und Jahren nachhaltig geändert. Am Markt für Social-Business-Lösungen, die tatsächlich reif für den Unternehmenseinsatz sind, ist IBM mit seinen Produkten heute der Taktgeber. IBM kommt bei dem Angebot zugute, dass bereits seit einiger Zeit an der Integration interner und externer Kollaboration gearbeitet wird.

Der Autor: Axel Oppermann - Marktanalyst bei der Experton Group
Der Autor: Axel Oppermann - Marktanalyst bei der Experton Group ©

Mit dem Re-Branding des Angebotes als „SmartCloud für Social Business“ wird das gesamte Angebot in einen übergeordneten Kontext gestellt. IT-Verantwortliche können zwischen einer mandantenfähigen sowie einer dezidierten Version und global verteilten Rechenzentren wählen. Der wesentliche Teil der Funktionalität kann durch die meisten mobilen Geräte und Plattformen, einschließlich iOS, Android und BlackBerry, abgerufen werden.

Eine Speerspitze im Portfolio von IBM ist sicherlich Connections. Es handelt sich dabei um eine umfängliche Plattform für Team-Collaboration, Vernetzung und Wissensaustausch. Anfang September 2012 schickte IBM Connections in der neuen Version 4.0 ins Rennen um die Gunst der Nutzer.

Viele „smarte“ Funktionen

Die neue Produktgeneration kommt mit zahlreichen „smarten“ und pragmatisch erneuerten sowie erweiterten Funktionen daher. Dabei dreht sich in der neuen Version vieles um den sogenannten „Activity Stream“. Hinter diesem Aktivitäten-Strom verbirgt sich eine Funktion sozialer Software (bzw. sozialer Netzwerke), die eine Syndizierung (Mehrfachverwendung bzw. Weiterverbreitung) von Aktivitäten, auch über verschiedene Plattformen hinweg ermöglicht.

Im Activity Stream von Connections 4 werden nicht nur interne Nachrichten des Anwenders wie E-Mails, öffentliche Nachrichten (Status Updates) oder die Kommunikation eines Projektes zusammengefasst, sondern es lassen sich vielmehr Informationen auch aus externen Systemen wie SAP, Portalen und Plattformen wie Xing, Youtube oder Nachrichten anzeigen.

Dem Anwender wird dabei die Möglichkeit geboten, direkt aus dem Activity Stream heraus Aktionen wie Workflows zu starten. IBM umschreibt dies als “Embedded Experiences”. Hierdurch lassen sich Routineaufgaben vereinfacht umsetzen. Aber auch die Such-, Erfahrungs- und Vertrauensqualität in eine Lösung, in vorhandene Daten oder die eigene Arbeitsleistung kann durch solche integrierten bzw. eingebundenen Informationsströme deutlich gesteigert werden.

Auch wenn IBM nicht müde wird zu postulieren, dass das Zeitalter der E-Mail hinter uns liegt, haben die Konzernstrategen erkannt, dass eine Integration von Social Business in bestehende E-Mail- Systeme unabdingbar ist. Mit IBM Connections Mail wird die Anbindung externer Mailserver wie IBM Lotus Notes oder Microsoft Exchange ermöglicht.

Hierdurch kann der Zugriff auf E-Mails und Kalender erfolgen, ohne in ein externes Programm wechseln zu müssen. Neue E-Mails oder Termine werden gut sichtbar in der Connections-Navigation angezeigt. So werden nach und nach andere Frontends für das Personal Information Management (PIM) obsolet bzw. verlieren an Bedeutung.

Neben der Vernetzung und Darstellung von Nachrichten oder Aktivitäten legt IBM in seinen Social-Business-Lösungen besonderen Wert auf ein geschmeidiges Arbeiten mit Inhalten (Content-Management) und analytischen Fähigkeiten. Die jahrelange Erfahrung und die Rolle als Pionier in diesem Themenfeld hat IBM gelehrt, dass Social Business erst durch den Dreiklang von Content, Analytics und sozialer Vernetzung einen umfassenden Mehrwert für das „soziale wir“ (also das Arbeiten im Team) und dem „sozialen ich“ (die persönliche Organisation in einer dynamischen Umwelt) liefern kann.

Zugekaufte Expertise

IBM hat sich in den letzten Jahren umfassende Kompetenzen im Bereich Analysen und Auswertungen erarbeitet, respektive erkauft. Namentlich genannt seien an dieser Stelle lediglich Cognos sowie SPSS: In Connections bietet die Funktion Metrics detaillierte Analysen und Auswertungen über die Verwendung der IBM Connections-Anwendungen im Unternehmen. Metrics wird durch die analytischen Fähigkeiten des IBM Cognos Business Intelligence-Server, der Teil der Connections-Installation ist, unterstützt. Aber auch weitere Suchund Analysefunktionen tragen dazu bei, dass exemplarisch Kompetenzen oder Inhalte schnell und qualitativ hochwertig bereitgestellt werden können.

Auch das für Wissensarbeiter so wichtige Thema Erarbeitung und Bereitstellung von Inhalten (Content) geht IBM grundsätzlich durchdacht an. So wurde erkannt, dass beim Arbeiten mit Dokumenten zusätzliche (Meta-)Informationen entstehen. Dies können zum Beispiel Kommentare sein.

Während diese Meta-Informationen bei Lösungen wie Microsoft SharePoint jedoch nicht mit dem Dokument verbunden werden, sodass sie nach dem Download oder Versenden der Dokumente nicht (mehr) zur Verfügung stehen, verbindet Connections das jeweilige Dokument mit den entstandenen Kommentaren und Diskussionen. Darüber hinaus ist die Verlinkung mit Blogs und Aktivitäten möglich.

Des Weiteren erlaubt Connections das Tracking beim File-Sharing. Das heißt, es wird verfolgt und angezeigt, wie und wann eine Datei von mehreren Personen genutzt wird. Die meisten anderen aktuell am Markt verfügbaren Lösungen ermöglichen dies nicht. Kurzum: Während Connections seinen Ansatz im Teilen und Aufbauen des Nutzerwissens hat, steht bei anderen Lösungen eher das Dokument oder ein Prozess im Vordergrund.

Der „Activity Stream“ hilft, die Informations- flut in den sozialen Medien zu kanalisieren.
Der „Activity Stream“ hilft, die Informations- flut in den sozialen Medien zu kanalisieren. ©

Integrierte Konzepte

IBM positioniert seine Vision aber nicht nur über einzelne Produkte wie Connections. Vielmehr setzt der Konzern auf eine übergeordnete Strategie, die Produkte, Lösungen und Services unterschiedlicher Disziplinen vereint.

Angesprochen werden sowohl IT-Verantwortliche als auch Entscheider aus Fachabteilungen, beispielsweise im HR-Bereich (Human Resources). Die Breite des Social-Business-Ansatzes lässt sich hier auch anhand einer der jüngsten Akquisitionen belegen. So hat IBM den US-amerikanischen Spezialisten für Personaldienstleistungen Kenexa übernommen.

Durch die Kombination aus Cloud-basierten Anwendungen und Beratungsleistungen soll die Auswahl geeigneter Bewerber bzw. die Bildung der für eine Aufgabenstellung am besten geeigneten Mitarbeiterteams unterstützt werden. Ferner können Personalmanagement und Unternehmensführung aus den gewonnenen Erkenntnissen über die Mitarbeiter und deren Kompetenzen die am besten geeigneten Teams zusammenstellen.

Aber dies ist nur die jüngste Ausprägung – sozusagen die Spitze des Eisbergs: Mit dem Portfolio SmartCloud for Social Business können Unternehmen auf umfassende Collaboration-Tools zurückgreifen, die die tägliche Arbeitswelt zwischen Kollegen bzw. Mitarbeitern, Kunden und Partnern effizient und effektiv orchestrieren. Die Stärke der SmartCloud Social Business liegt darin, dass sie Menschen nahtlos innerhalb und außerhalb eines Unternehmens zusammenarbeiten lässt.

IBM wird hier der Überzeugung gerecht, dass ein Mensch – oder ein ganzes Unternehmen – niemals alleine agiert. Unternehmen sind abhängig von der Bereitstellung von Input und der Abnahme des Outputs. Darüber hinaus ist der eigentliche Prozess auch meist zahllosen Einflüssen ausgesetzt, die über die Schwankungen von Input und Output hinausgehen.

Im Kern deckt IBM mit SmartCloud for Social Business drei wichtige Geschäftsanforderungen von Unternehmen und Anwendern ab: Zusammenarbeit (Collaboration), Messaging, und Webkonferenzen. Hierbei zielt der Konzern sowohl auf die „klassischen“ alten bzw. bestehenden Lotus-Notes- Anwender als auch auf neue Zielgruppen.

Auch wenn IBM seinem Konzept treu bleibt, immer wieder die Namen von Produkten während des Lebenszyklus zu verändern und so zur Intransparenz beiträgt, werden Anwender mit bestehenden Lotus/Domino-Strukturen nicht im Regen stehen gelassen. Vielmehr bietet ihnen IBM die Möglichkeit, bestehende Lösungen weiterzuentwickeln. Diese Entwicklung ist sowohl in lokalen Infrastrukturen als auch in Cloud-Szenarien möglich.

Zusammenarbeit mit SharePoint

IBM adressiert aber nicht nur die klassische Lotus-Klientel, sondern spricht gezielt Anwenderunternehmen an, die auf Lösungen und Plattformen anderer Anbieter setzen. Man hat erkannt, dass viele andere IT-Anbieter den immer wichtiger werdenden „Social Layer“ noch nicht anbieten können. Und eben dieser Layer ermöglicht es Unternehmen, umfassende Social-Business-Modelle im Unternehmen einzuführen.

Mit der Social Software Connections 4 baut IBM den Vorsprung vor der Konkurrenz weiter aus.
Mit der Social Software Connections 4 baut IBM den Vorsprung vor der Konkurrenz weiter aus. ©

Eine speziell von IBM identifizierte Zielgruppe sind Nutzer von Microsoft SharePoint. Microsoft dominiert den Markt für Office-Produktivitätslösungen, und SharePoint ist weltweit die führende Plattform in diesem Umfeld. Jedoch ist der gegenwärtig fehlende „Social Layer“ im Portfolio von Microsoft nicht zu übersehen. Diesen kann IBM mit SmartCloud for Social Business im Allgemeinen und Connections im Besonderen abbilden.

So setzen gegenwärtig immer mehr Unternehmen auf eine Kopplung der Produkte SharePoint (2010) und Connections. Namhafte Firmen wie Bayer oder Continental haben sich bereits dafür entschieden. Unternehmen, denen Share- Point als Social Software nicht ausreicht und die an der Leistungsfähigkeit junger Internet-Unternehmen zweifeln, können ihre bestehende Plattform mit IBM Connections aufwerten und so die Stärken von SharePoint mit denen einer ausgewachsenen Social Software koppeln.

Die breit angelegte Strategie von IBM setzt auf Offenheit, Interoperabilität und intelligente Vernetzung. Es wurde erkannt, dass „vernetzt sein“ alleine nicht genügt. Zwar sind Verbindungen interner und externer Gemeinschaften (Communities) wichtig, jedoch bedarf es der intelligenten und bedarfsgerechten Umsetzung. Die Bereitstellung losgelöst von (mobilen) Zugriffsgeräten, Informationsquellen oder eingesetzten Plattformen ist das Ziel.

Fazit

Social-Business-Software und -Dienstleistungen von IBM sind eine aktuell am Markt herausragende Kombination von Social-Networking-Funktionen mit Analysekomponenten, die es Unternehmen erlaubt, Informationen zu erfassen und Dialoge von Mitarbeitern und Kunden interaktiv zu unterstützen. Der zeitliche Vorsprung von IBM gegenüber anderen Marktteilnehmern spiegelt sich auch darin wider, wie Probleme und Aufgaben gelöst werden. Die Ansätze und Lösungen wirken oftmals ausgereifter als beim Wettbewerb.

Ziel für Anwenderunternehmen muss es sein, verstärkt Social-Business-Tools zu nutzen und von diesen zu profitieren. Daraus können sich massive Wettbewerbsvorteile ergeben.

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